Der Heiler der Pferde

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Der Heiler der Pferde

Beitrag  Reiterlein am Fr Okt 01, 2010 10:36 am

Ich habe begonnen, den "Heiler der Pferde" von Gonzalo Giner zu lesen. Nachdem der Kurztext mich sehr ansprach.

"Kastilien im Jahre 1195: Auf der iberischen Halbinsel tobt seit Jahrzehnten ein erbitterter Krieg zwischen den muslimischen Herrschern und christlichen Aufständischen, die das im 8. Jahrhundert von den islamischen Truppen überrollte Reich zurückerobern wollen – die Reconquista. 14 Jahre ist Diego von Malagón alt, als arabische Berbersoldaten seine Familie überfallen, seinen Vater und seine älteste Schwester vor seinen Augen töten und seine beiden jüngeren Schwestern entführen, um sie als Sklavinnen dem Harem des Kalifen zuzuführen. Diego kann mit knapper Not auf seiner geliebten Araberstute Sabba nach Toledo fliehen. Hier nimmt ihn der muslimische Pferdeheiler Galib auf, der die Gabe des Jungen im Umgang mit Pferden erkennt und ihn als Lehrling ausbildet. Diego reift zum jungen Mann heran, wird ein talentierter Pferdeheiler, doch als ihn die Frau seines Lehrmeisters verführt und dies auffliegt, muss er zum zweiten Mal in seinem Leben fliehen. Er nimmt sich vor, seine Schwestern zu suchen, und begibt sich auf eine lange abenteuerliche Reise, die ihn mitten hinein in die Kämpfe zwischen Christen und Muslimen führt."

Auch die Pressestimmen, wie "der zweite Noah Gordon" oder "wird alle begeistern, die die Kathedrale des Meeres verschlungen haben" ließen mich dann mal dieses Machwerk bei ebay ersteigern.

Übrigens ein Leseexemplar, nicht zum Verkauf bestimmt. *staun* Ich wußte nicht, daß es sowas gibt!

Nun bin ich irgendwo auf Seite um die 190 und bin echt verzweifelt.
Hat das Buch jemand von Euch gelesen? Wird das noch besser?

Bisher wird aus der eigentlich guten Handlungsidee nichts gemacht. Die Figuren bleiben extrem flach, erhalten keine Seele, keinen Charakter. Ihre Handlungen sind völlig sprunghaft, passen nicht zur Situation, sind klischeehafter als in einem Groschenroman.

Dazu der Schreibstil. Hier weiß ich nicht, ob Giner den selber verbrochen hat oder ob das die Missetat der Übersetzer ist. Die Sätze sind nicht nur extrem kurz, sie wirken abgehackt. So wirkt der Text völlig stockend, es kommt kein Lesegefühl auf.

Habt Ihr das Buch auch gelesen?
Wie empfindet Ihr es?
Wird das im Verlauf des Buches noch besser?

Mein bisheriges Fazit: Ich bin froh, bei ebay nur 11 Euro gezahlt zu haben. Und selbst die waren zu viel.


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Re: Der Heiler der Pferde

Beitrag  malwine am Fr Okt 15, 2010 7:54 am

Nee Reiterlein - wird nicht besser .

Ich habe das Buch gelesen und war ziemlich enttäuscht.

Als historischer Roman hält er mit Romanen von Rebecca Gable, Noah Gordon und Falcones nicht mit, ich fand keine Person, mit der ich mich identifizieren konnt und viele Handlungen der Personen waren mir absolut unverständlich. Auch sprachlich fand ich den Roman keine Offenbarung.

Als Pferderoman fand ich das Buch genauso doof. Dass der Autor Tierarzt ist, kann ich mir nicht vorstellen (naja - vielleicht für Kleintiere, aber nicht für Pferde). Die Stute Sabba erinnert mich eher an Karl Mays "Rhi" (also ziemlich unrealistisch).

Wenn du einen guten historischen Roman lesen willst, es ist gerade eine neues Buch von Ildefonso Falcones erschienen "Pfeiler des Glaubens", das macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. (Das ist im Pferdebücher-Forum aber doch etwas OffTopic)

Leseexemplare bekommen übrigens Buchhändler und Journalisten von den Verlagen, die müssen schließlich wissen, was sie verkaufen bzw. rezensieren sollen.

malwine

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Re: Der Heiler der Pferde

Beitrag  Hafi am Sa Okt 16, 2010 8:25 am

Na, da sag ich doch mal danke für Eure Äußerungen/Einschätzungen! Als ich denTitel entdeckt habe, hatte ich es auf meine Wunschliste gesetzt, zumal die Beschreibung ja auch nicht übel klingt. Jetzt werde ich es aber wieder streichen.

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Re: Der Heiler der Pferde

Beitrag  Reiterlein am Sa Okt 16, 2010 12:02 pm

Also, ich hab es jetzt fast durch. Mich eher durchgequält. Und sehe es nach wie vor wie malwine.

Hafi, wenn Du magst, schick ich es Dir, wenn ich es durch habe. Dann kannst Du auch Deine Meinung dazu kund tun.

Malwine, och ein wenig off topic hat noch niemandem geschadet *gg* Erzählst Du etwas mehr zu dem neuen Falcone? Vielleicht im Unterforum für alles andere? *lieb guckt*

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Re: Der Heiler der Pferde

Beitrag  Hafi am So Okt 17, 2010 8:35 am

Reiterlein schrieb:Hafi, wenn Du magst, schick ich es Dir, wenn ich es durch habe. Dann kannst Du auch Deine Meinung dazu kund tun.

Hmmmm, das ist ne Überlegung wert... Wenn es sich wirklich so zäh liest, dann solltest Du das Buch aber über einen längeren Zeitraum entbehren können! Soo schnell käme das dann nämlich wohl nicht zurück... Es sei denn, es ist so schrecklich, dass ich vorzeitig aufgebe.

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Re: Der Heiler der Pferde

Beitrag  Reiterlein am So Okt 17, 2010 10:28 am

Kein Problem. Laß Dir Zeit.

Ich hab noch so ca. 100 Seiten. Normalerweise ist das bei mir eine Sache von einer Stunde. Aber hier brauch ich einfach länger. Weil einfach nicht dieser Lesefluß aufkommt, der einen in den Sog der Geschichte reißt.

Wenn ich es durch habe, schick ich es Dir zu. Vermutlich Mitte der Woche oder so Very Happy

Wenn es nach Hafi jemand haben möchte, kann er das ja hier posten und wir schicken das Buch rund.

Es ist einfach Schade um das Thema. Da hätte man so viel draus machen können!

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Re: Der Heiler der Pferde

Beitrag  Hafi am Mi Okt 20, 2010 7:47 am

Reiterlein schrieb:Wenn ich es durch habe, schick ich es Dir zu. Vermutlich Mitte der Woche oder so Very Happy

Ja, dann lass uns das so machen. Bin jetzt doch tatsächlich ein bisschen gespannt, wie es sich so liest...

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Re: Der Heiler der Pferde

Beitrag  Reiterlein am Fr Okt 29, 2010 11:31 am

So, ich hab grad ein Päckchen zur Post getragen.

Ich glaub, das ist Absicht der Verlage, daß das Buch 1073 Gramm wiegt und somit nicht mehr als Büchersendung geht. Evil or Very Mad

Ich bin mal gespannt, wie es Dir gefällt!

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Beitrag  Hafi am Di Nov 02, 2010 12:40 pm

Hallo Reiterlein,

ich wollte kurz Bescheid geben, dass das Buch angekommen ist. Ist ja ein ziemlich dicker Schinken - wenn der sich wirklich so zäh liest, wie die bisherigen Beiträge vermuten lassen...

Hafi

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Re: Der Heiler der Pferde

Beitrag  Hafi am So Nov 21, 2010 10:32 am

So, geschafft, ich hab mich endlich durch das Buch gekämpft. Normalerweise lese ich 600 Seiten leicht mal an einem Wochenende, wenn ein Buch mich "packt". Aber dieses hier...?

Unglaublich zäh zu lesen, und der Schreibstil ist durchaus geeignet, einem die Lust zum Weiterlesen zu nehmen. Wobei ich natürlich nicht sagen kann, ob das im Original auch so ist oder einfach nur schlecht übersetzt. Und irgendwie sind mir an einigen Stellen sehr unangenehme Stilbrüche aufgefallen, als wenn das unterschiedliche Leute formuliert hätten...? Auch stelle ich mir einen Roman, in dem es um "Jahre voller Abenteuer" geht, etwas anders vor. Alles wird irgendwie nur oberflächlich angekratzt und mir persönlich hat auch dieses vollkommen abrupte Hin und Her zwischen den einzelnen Schauplätzen überhaupt nicht gefallen. Und dann die Tatsache, dass manche Handlungsstränge keinen wirklichen Abschluss haben, quasi im Nichts enden! Mich stört sowas.

Von einem Pferde liebenden und historisch interessierten Tierarzt (und als solchen bezeichnet sich Giner ja im Anhang) hätte ich deutlich fundiertere - oder sollte ich sagen realistischere? - Darstellungen erwartet. Aus meiner Sicht weder ein guter historischer Roman (Giner reicht an die AutorInnen historischer Romane, die ich ansonsten lese, bei Weitem nicht heran, wobei mich aber auch Gordon nicht vom Hocker reisst) noch eine gute Pferdegeschichte (Malwine, bei Sabba habe ich mich auch sofort an Karl May erinnert gefühlt). Pferde spielen ja auch eher eine Nebenrolle und werden dann auch noch wenig realistisch beschrieben. Und auch das mittelaterliche "Pferdeheilen" kommt extrem kurz - da hätten mich wirklich mehr Einzelheiten interessiert! Die Personen? Da ist Reiterleins Ausführungen eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen.

Schade, dass aus einem viel versprechenden Thema so wenig gemacht wurde! Das hätte wirklich Potential. Insgesamt kein Buch, das man unbedingt haben muss. Ich bin froh, dass ich es nicht gekauft habe.

Reiterlein, an dieser Stelle vielen Dank fürs Ausleihen. Und ich entschuldige mich auch gleich, dass es so lange gedauert hat - aber Du warst ja gewarnt Wink
Ich schicke es zurück, sobald ich zur Post komme.

Hafi

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Re: Der Heiler der Pferde

Beitrag  Reiterlein am Fr Nov 26, 2010 1:16 pm

Bitte entschuldige Dich bloß nicht! Ich habe doch auch noch 2 CDs von Dir! Embarassed
Außerdem finde ich, Du hast das Buch für seine Schreibart in Rekordzeit gelesen. Ich habe mich lange nicht mehr mit einem Buch so gequält wie mit diesem! Wenn ich es schon in die Hand nahm, ging mir durch den Kopf "Och nööööööööö, hat mal einer lieber ne Bild-Zeitung für mich??" Dahingegen habe ich mir jetzt in einer Woche die komplette Stieg Larsson-Trilogie reingezogen.

Der abgehackte Sprachstil könnte ja wirklich von den Übersetzern verbrochen sein, aber diese Handlungssprünge und die grausligen Beschreibungen der Therapie der Pferde - das wird Giner schon selbst verbockt haben.

Ich hoffe, Giner ist als Tierarzt besser, als als Autor, sonst tun mir seine Patienten echt leid.

Es ist wirklich selten, daß ich ein Buch verreiße, aber ich finde dieses einfach unterirdisch und grottenschlecht.

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Re: Der Heiler der Pferde

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