Mark Rashid - Pferde suchen einen Freund

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Mark Rashid - Pferde suchen einen Freund

Beitrag  wiassi am Di Aug 17, 2010 7:35 am

Kurzbeschreibung von amazon:
In seinem neuen Buch erzählt Pferdetrainer Mark Rashid, wie ihn ein Sturz von seinem Pferd aus der Bahn wirft. Was läuft nach Jahren der Arbeit mit Pferden und Menschen plötzlich falsch? Warum fehlen ihm auf einmal die nötige Klarheit und Sicherheit? Mark Rashid besinnt sich der Lehren seines alten Pferdemannes und beginnt mit Aikido, der japanischen Kampfkunst. Er lernt, die Energie des Pferdes aufzunehmen, sie mit der eigenen verschmelzen und findet so zum inneren Gleichgewicht zurück.

Mein Kommentar:

Das Buch ist kurzweilig und gut zu lesen, wie alle Bücher von ihm. Kein Buch, was Techniken vermitteln will, sondern es werden in Erinnerungen sprich Geschichtenform verschiedene Probleme aufgegriffen und ihre Lösung anschaulich erzählt. Ein Buch, in welchem man sich festlesen kann...
Mark Rashid ist kein rein Dominanz-orientierter Ausbilder, sondern vermittelt an verschiedenen Beispielen, wie man unterschiedlichen Pferden zu unterschiedlichen Lösungen kommt, in dem man einen Zugang zum Pferd sucht, und seine kleinsten Ansätze das Gewünschte zu tun, aufgreift und belohnt.
Er schildert in seinen Büchern auch gern das gleiche Problem und seine Lösung bei verschiedenen Pferdetypen. Das Problem des Pferd liegt oft einfach im Verständnis unserer Wünsche, was zu Problemen führt im Versuch unseren Wünschen zu folgen. Daher betont er immer wieder das "weniger ist Mehr", die Eindeutigkeit in der Vermittlung dessen, was gewollt ist und die nötige Konsequenz in der Beibehaltung.
Dabei geht es nicht um mach dieses so oder mach das. Eher will er das Gefühl des Menschen für das Wesen Pferd sensibilisieren, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und herauszufinden, wenn etwas "nicht klappt" warum das so ist.

In diesem Buch zieht er Vergleiche vom Umgang mit dem Pferd zu der Kampfsportart Aikido.
Aikido ist eine betont defensive Kampfsportart und zielt anders als Karate & Co. nicht darauf ab, anzugreifen, sondern sich zu verteidigen, in dem man die Kraft und damit die Energie, die der Gegner einsetzt ablenkt und damit für sich selbst nutzt.
Dieses Grundprinzip findet sich beim Reiten wieder, wo man ja mit der Bewegung der Pferdes mitgehen will, diese also auch aufgreifen und nutzen möchte. Aber auch die Energie, die ein wehriges Pferd aufbringt, lenkt Rashid so in Bahnen, das es zur Mitarbeit motiviert wird.
So beschreibt er u.a. eine Stute, welche immer in die Bahnmitte abdrängeln will und am Hufschlag immer wieder wehrig wird. Diese korrigiert er, in dem er sie abwenden läßt, dann aber einen Zirkel in forschem Trab fordert, der die Stute letztlich an denselben Ort am Hufschlag zurückbringt. Dort darf sie Schritt gehen -bis sie wieder drängelt. Auf diese Weise merkt das Pferd relativ schnell, das es ihm nichts bringt, unbequem ist und das unerwünschte Verhalten verringert sich nach und nach -ohne Gewalt, Kampf und Krafteinsatz seitens des Reiters.
Auch das pferd wird somit im Rahmen seiner Möglichkeiten zum Nachdenken über Konsequenzen seines Handeln aufgefordert und wird den sicheren, angenehmeren Weg vorziehen.

Es ist kein Lehrbuch im herkömmlichen Sinne, eher eines, welches zum Nachdenken anregt, dazu, sich mehr in das Pferd hineinzuversetzen und sich selbst und die eigenen Hilfen immer wieder zu hinterfragen. Damit dürfte es auch für alle Arten von Reiterei interessant sein. Ich werde es sicherlich noch das eine oder andere Mal in der lesen. study

wiassi

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